Reicht Schweizer Leitungswasser zum Hydrieren wirklich aus?
von AUA Hydrate
Hahn auf, Glas füllen. In der Schweiz ist das eine der alltäglichsten Gesten überhaupt — und das Wasser, das herauskommt, gehört zu den am besten kontrollierten der Welt. Daher die Frage, die immer wiederkehrt: Wenn unser Wasser so gut ist, warum sollte man überhaupt etwas hinzufügen? Die ehrliche Antwort besteht aus zwei Teilen. Meistens muss man gar nichts hinzufügen. Und es gibt eine einzige Ausnahme — die nichts mit der Qualität des Wassers zu tun hat.
⏱ Das Wichtigste in 20 Sekunden
- Schweizer Leitungswasser liefert Calcium (41 bis 96 mg/l) und Magnesium (3,7 bis 8,9 mg/l). Das ist nicht wenig.
- Dagegen enthält es praktisch kein Natrium (1,7 bis 7,6 mg/l) und kein Kalium (1,0 bis 2,6 mg/l).
- Genau das Natrium aber nimmt der Schweiss mit: 200 bis 2 000 mg pro Liter, also hundert- bis tausendmal mehr, als der Hahn zurückgibt.
- Im Alltag reicht das Leitungswasser völlig. Sobald Sie stark schwitzen, gleicht es nicht mehr aus.
Was in Ihrem Leitungswasser wirklich steckt
Vier von fünf Schweizerinnen und Schweizern trinken Wasser aus Grundwasser und Quellen; der Rest stammt aus Seen. Dieses Wasser ist chemisch gesehen nicht „rein": Auf dem Weg durch das Gestein reichert es sich mit gelösten Mineralstoffen an. Die in der Schweiz gemessenen Grössenordnungen:
| Mineralstoff | Pro Liter Leitungswasser | Seine Rolle |
|---|---|---|
| Calcium | 41 bis 96 mg | Trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei |
| Magnesium | 3,7 bis 8,9 mg | Trägt zur Verringerung von Müdigkeit und zu einer normalen Muskelfunktion bei |
| Natrium | 1,7 bis 7,6 mg | Es hält das Wasser dort, wo der Körper es braucht |
| Kalium | 1,0 bis 2,6 mg | Trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei |
Zwei Zeilen stechen hervor. Calcium und Magnesium sind gut vertreten — ein Liter hartes Wasser kann einen spürbaren Teil des täglichen Calciumbedarfs decken. Natrium und Kalium dagegen sind nur in Spuren vorhanden.
Drei von vier Schweizer Haushalten trinken hartes Wasser. Das ist eine gute Nachricht.
Die Härte wird hierzulande in französischen Härtegraden (°fH) gemessen: unter 7 °fH gilt Wasser als sehr weich, über 42 °fH als sehr hart. 75 % der Schweizer Haushalte beziehen hartes bis sehr hartes Wasser. Vom Kalk im Wasserkocher abgesehen ist das ein ernährungsphysiologischer Vorteil: Härte besteht genau aus Calcium- und Magnesiumionen.
Wer also in einer kalkreichen Region lebt — im Mittelland, in weiten Teilen der Westschweiz —, hat im Hahn bereits eine Mineralstoffquelle, die stark unterschätzt wird. Die Rolle jedes einzelnen Stoffs beschreiben wir in die 10 essenziellen Wirkstoffe.
Der einzige Punkt, an dem Leitungswasser nicht mithält: der Schweiss
Schweiss ist kein Wasser. Er ist Salzwasser. Und der Vergleich Liter für Liter ist eindrücklich:
| Pro Liter | Was der Hahn liefert | Was der Schweiss mitnimmt |
|---|---|---|
| Natrium | 1,7 bis 7,6 mg | 200 bis 2 000 mg |
| Kalium | 1,0 bis 2,6 mg | 80 bis 320 mg |
Ein Verhältnis von hundert bis tausend beim Natrium. Nach einem Liter Schweiss einen Liter Leitungswasser zu trinken heisst: das Volumen zurückgeben, aber nicht das Salz. Und genau hier kippt der Mechanismus — Wasser ohne Mineralstoffe verdünnt das, was noch da ist, und ein Teil wird über die Nieren wieder ausgeschieden, statt im Gewebe zu bleiben. Wir haben das in Warum Wasser allein nicht mehr ausreicht beschrieben.

💡 Der AUA-Tipp: Der einfachste Anhaltspunkt bleibt der weisse Rand. Wenn Ihr T-Shirt oder Ihre Schläfen beim Trocknen weissliche Spuren hinterlassen, verlieren Sie viel Natrium. Nur dann reicht Wasser allein nicht — siehe was vor, während und nach dem Sport trinken.
Sollte man Mineralwasser in Flaschen kaufen?
In den meisten Fällen nein — und wir haben kein Interesse daran, Ihnen etwas anderes zu erzählen. Schweizer Leitungswasser wird laufend kontrolliert, kostet pro Liter rund tausendmal weniger und erspart den Transport von Flaschen.
Natriumreiche Mineralwässer gibt es, aber sie sind selten, teuer, und ihr Geschmack schreckt viele ab. Filterkannen wiederum entfernen Kalk: Sie senken den Mineralstoffgehalt, statt ihn zu erhöhen.
Wann es zählt — und wann Sie nicht daran denken müssen
- ☕ Normaler Bürotag: Leitungswasser genügt. Die Richtwerte finden Sie in wie viel Wasser pro Tag.
- 🏃 Mehr als eine Stunde Belastung oder starkes Schwitzen: Das Volumen allein reicht nicht mehr, es braucht auch das Salz.
- 🥵 Hitzewelle, Sauna, körperliche Arbeit im Freien: dieselbe Logik — siehe grosse Hitze.
- 🤒 Starke Verluste über den Magen-Darm-Trakt: Das ist kein Thema der Alltagshydratation mehr — sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Apotheker.
Die übrige Zeit: Trinken Sie Ihr Leitungswasser, ohne darüber nachzudenken. Es ist einer der wenigen Bereiche, in denen die Schweiz niemanden zu beneiden braucht.
Wo AUA Hydrate ins Spiel kommt
Ein Stick AUA Hydrate in 500 ml Leitungswasser liefert 10 Wirkstoffe — sechs Elektrolyte, darunter Natrium, Kalium und Magnesium, zwei Spurenelemente und zwei Vitamine — für 2 kcal und ohne Zucker. In der Schweiz von Ernährungsfachleuten entwickelt.
Es ist kein Ersatz für Leitungswasser, sondern das, was man an Tagen hinzufügt, an denen man schwitzt. An allen anderen Tagen erfüllt das blosse Glas seinen Zweck perfekt.
Ihr Leitungswasser, besser an Belastungstagen
Wählen Sie Ihre Sorte aus unseren drei Geschmacksrichtungen — Erdbeere, Pfirsich, Zitrone.
Häufige Fragen
Ist Schweizer Leitungswasser wirklich sicher?
Ja. Es wird regelmässig kontrolliert und gehört zu den am strengsten überwachten Lebensmitteln des Landes.
Sollte man Wasser abkochen, um Kalk zu entfernen?
Abkochen fällt einen Teil des Kalks aus und entzieht damit Calcium. Der Nutzen ist haushaltstechnisch, nicht ernährungsphysiologisch.
Ist weiches Wasser schlechter als hartes?
Für die Hydratation weder besser noch schlechter. Weiches Wasser liefert einfach weniger Calcium und Magnesium.
Ersetzt ein Elektrolyt-Stick ein Glas Wasser?
Nein, er kommt dazu. Der Stick wird in 500 ml Wasser aufgelöst: Das Volumen bleibt die Basis, die Mineralstoffe sind die Ergänzung.

