Elektrolyte Pulver kaufen: worauf achten? Die 6 Kriterien
von AUA Hydrate
Pulver in der Dose, Sticks, Brausetabletten: Im Regal für Hydration versprechen alle Produkte dasselbe. Doch von Etikett zu Etikett schwankt der Natriumgehalt um das Vierfache und der Zucker zwischen null und dreissig Gramm pro Trinkflasche. Hier sind die sechs Punkte, die Sie vor dem Kauf prüfen sollten, je nachdem, wofür Sie das Pulver brauchen. Auch dann, wenn die richtige Antwort nicht unser Stick ist.
⏱ Das Wichtigste in 20 Sekunden
- Vergleichen Sie immer pro Portion (eine Dosis in 500 ml), nie pro 100 g.
- Natrium ist das wichtigste Kriterium: etwa 150 bis 400 mg pro Portion im Alltag, mehr bei langer Belastung in der Hitze.
- Zucker ist erst ab einer Stunde Sport sinnvoll. «Zuckerfrei» heisst nicht «ohne Süssstoff».
- Ein Elektrolytgetränk ist kein Magnesiumpräparat, und umgekehrt.
- Rechnen Sie den Preis pro Portion aus: von rund 30 Rappen bis über anderthalb Franken.
1. Pro Portion vergleichen, nicht pro 100 g
Die Nährwerttabelle hat oft zwei Spalten: pro 100 g Pulver und pro Portion. Nur die zweite zählt, denn eine Dosis wiegt je nach Produkt etwa 4 bis 40 g. Ein zuckerreiches Pulver wirkt «pro 100 g» natriumarm, nur weil der Zucker die Dosis schwerer macht. Achten Sie auch auf die vorgesehene Wassermenge: Ein Stick in 500 ml wirkt anders als eine Dosis in 750 ml. Und notieren Sie die maximale Tagesdosis, die auf der Verpackung jedes Nahrungsergänzungsmittels stehen muss.
2. Natrium, das Kriterium Nummer eins
Schweiss enthält vor allem Natrium: im Schnitt etwa 800 mg pro Liter, je nach Person 200 bis 2000 mg. Kalium, Magnesium und Calcium kommen nur in kleinen Mengen vor. Ein Elektrolytprodukt soll also zuerst dieses Natrium ersetzen. Es hilft dem Körper auch, das getrunkene Wasser zu halten, statt es wieder auszuscheiden. Die Grundlagen: Was sind Elektrolyte?
Für lange Belastungen empfehlen Sportfachleute rund 460 bis 690 mg Natrium pro Liter Getränk. Im Alltag, im Büro oder an einem heissen Tag ohne Sport genügt eine kleinere Dosis, zumal man in der Schweiz ohnehin mehr Salz isst als empfohlen.
Richtwerte für eine Trinkflasche von 500 ml
| Anlass | Natrium | Zucker |
|---|---|---|
| Alltag, Büro, Hitze Zuckerfreier Stick oder zuckerfreies Pulver | 150 bis 400 mg | 0 g |
| Sport unter einer Stunde Wasser reicht oft, Elektrolyte bei starkem Schwitzen | 150 bis 400 mg | 0 g |
| Sport über eine Stunde, grosse Hitze Sportgetränk, oder Elektrolyte plus Zucker | 250 bis 600 mg | 20 bis 40 g |
| Durchfall, Erbrechen Orale Rehydratationslösung aus der Apotheke | ≈ 860 mg (WHO-Formel) | ≈ 7 g Glukose |
Unser Stick liefert 184 mg Natrium in 500 ml: Er ist für den Alltag und für moderate Belastungen gedacht. Für eine Tour von über zwei Stunden bei Hitze reicht er allein nicht: Geben Sie eine Prise Salz dazu (0,5 g, also etwa 200 mg Natrium) und etwas Zucker, oder wählen Sie ein Sportgetränk. Das Rezept steht in unserem Artikel Elektrolyte selber machen.
Natrium zugeführt oder verloren, pro 500 ml
3. Kalium und Magnesium: nützlich, aber keine Megadosen
Mit dem Schweiss geht deutlich weniger Kalium verloren (80 bis 320 mg pro Liter) und nur wenig Magnesium. Ein Elektrolytgetränk muss davon also keine spektakulären Mengen enthalten. Mehr ist nicht besser: Ab 250 mg Magnesium pro Tag aus Nahrungsergänzungsmitteln steigt das Risiko für Verdauungsbeschwerden: Das ist die in Europa geltende Obergrenze.
Wenn Sie Magnesium an sich brauchen, nehmen Sie ein Magnesiumpräparat, meist mit 100 bis 300 mg dosiert. Unser Stick enthält 26 mg: ein kleiner Beitrag, kein Magnesiumpräparat, und das sagen wir lieber klar.
4. Zucker und Süssstoffe: die Zutatenliste lesen
Bei Belastungen über einer Stunde hat Zucker eine echte Aufgabe: Er liefert Energie (30 bis 60 g pro Stunde laut Sportempfehlungen) und hilft dem Darm, Natrium und Wasser aufzunehmen. Ohne Sport liefert er nur Kalorien: Manche Sportpulver enthalten fast 30 g Zucker pro Trinkflasche, beinahe so viel wie eine Dose Limonade. Was vor, während und nach dem Sport zählt: Elektrolyte beim Sport.
«Zuckerfrei» heisst nicht «ohne Süssstoff». Zuckerfreie Produkte sind fast immer mit Stevia, Sucralose, Erythrit oder einem anderen zugelassenen Süssstoff gesüsst. Wer beides meiden will, sucht eine Variante ohne Aroma und liest die Zutatenliste. In den AUA-Sticks stammt die Süsse von Erythrit, Steviolglycosiden und Sucralose, bei 2 kcal pro Stick.
5. Dose, Stick oder Tablette: die passende Form
- Pulver in der Dose: am günstigsten pro Portion, aber das Dosieren mit dem Löffel bleibt ungenau, und das Pulver verträgt nach dem Öffnen keine Feuchtigkeit.
- Sticks: eine genaue Dosis, passen in jede Tasche. Mehr Verpackung und ein höherer Preis pro Portion.
- Brausetabletten: praktisch und leicht, oft um 300 mg Natrium. Das Sprudeln entsteht durch Natron und Säure, in kaltem Wasser lösen sie sich langsam auf.
Einmal aufgelöst, spielt die Form für die Aufnahme keine Rolle: Es zählen nur die Zusammensetzung und die Wassermenge.
6. Der Preis pro Portion, nicht pro Packung
Teilen Sie den Preis durch die Anzahl Portionen. Je nach Form und Marke zahlt man von rund 30 Rappen pro Portion für ein Pulver in der Dose aus dem Supermarkt bis über anderthalb Franken für Premium-Sticks. AUA liegt im oberen Bereich: Sie bezahlen für null Zucker, zehn dosierte Wirkstoffe und das Stick-Format. Wer bei langen Touren stark schwitzt, ist an diesen Tagen mit einem salzigeren und günstigeren Sportpulver unter Umständen besser bedient.
💡 Der AUA-Tipp: Halten Sie zwei Lösungen bereit. Für den Alltag ein zuckerfreies, moderat salziges Produkt. Für Touren über zwei Stunden ein salzigeres und zuckerhaltiges Getränk, oder Ihren gewohnten Stick mit einer Prise Salz und 20 bis 30 g Zucker. Warum diese Dosierung, erklärt unser Artikel über isotonische Getränke.
Für den Alltag, ohne Zucker
Entdecken Sie unsere drei Sorten: Erdbeere, Pfirsich, Zitrone.
Häufige Fragen
Ist Elektrolyt-Pulver auch ohne Sport sinnvoll?
Nicht jeden Tag. Es hilft, wenn Sie stark schwitzen: Hitze, körperliche Arbeit, Sauna, oder wenn Sie viel Wasser trinken, ohne zu essen. An einem normalen Bürotag reicht die Ernährung. Die richtigen Momente: wann Elektrolyte einnehmen.
Wie viele Portionen pro Tag?
Halten Sie sich an die maximale Tagesdosis auf der Verpackung. Bei AUA reichen in den meisten Fällen ein bis zwei Sticks pro Tag, höchstens drei bei grosser Hitze oder Sport.
Darf ich zusätzlich ein Magnesiumpräparat nehmen?
Ja, aber zählen Sie die Mengen zusammen: Ab 250 mg Magnesium pro Tag aus Präparaten steigt das Risiko für Verdauungsbeschwerden. Bei Nierenerkrankungen fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Pulver oder Tablette: Was wird besser aufgenommen?
Keins von beiden. Einmal aufgelöst, zählen nur die Zusammensetzung und die Wassermenge.
Reicht Elektrolyt-Pulver bei Magen-Darm-Grippe?
Nein. Bei Durchfall oder Erbrechen nehmen Sie eine orale Rehydratationslösung aus der Apotheke und gehen zum Arzt, wenn es länger dauert oder ein Kind oder eine ältere Person betrifft.
Brechen zuckerfreie Elektrolyte das Fasten?
Ein AUA-Stick liefert 2 kcal, was die meisten Fastenden als vereinbar ansehen. Mehr dazu: Intervallfasten und Elektrolyte.

